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Corona – 24/7 Gemeinschaft

28. März 2020

Heute gibt es wieder einen Gastbeitrag.

Ronja und Tom-Luca sind die Menschen, mit denen ich nach meiner Familie am meisten Zeit verbringe, da wir gemeinsam in einem Haus leben. Nur eine Tür trennt uns, die jedoch fast immer offen ist.
Ich schätze diese beiden Menschen sehr – inspirierend, jung, mitreißend und eine unglaubliche Leidenschaft für Jesus.
Ich staune immer wieder darüber, was für einen Frieden und eine Tiefe wir in diesem gemeinsamen Wohnen erleben dürfen.


Erstens. Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.

Bundeskanzlerin, Angela Merkel

Damit war es entschieden. Die nächsten Tage und Wochen werden wir, wie viele andere Deutsche, hauptsächlich Zuhause verbringen. Keine Gemeinschaft mehr außerhalb unserer vier Wände.
Und die Gemeinschaft, die wir haben, ist unausweichlich.

24/7 Gemeinschaft mit Familie oder anderen Mitbewohnern für zunächst zwei Wochen.

Wie überleben wir diese intensive Gemeinschaft? Was machen wir aus dieser Zeit, die wir nun zusammen haben?

Immer wieder hören wir von einsamen Menschen. Von alten Menschen. Von hilfsbedürftigen Menschen. Wir hören von ihrer Not und können oft doch nicht wirklich helfen. Uns sind die Hände gebunden. 

Aber was ist, wenn ich diese Zeit der vielen Gemeinschaft nutze, um auf die Menschen zu schauen, die mir am nächsten sind? Weiß ich, was die Not meines Ehepartners, meiner Kinder, meiner Eltern, meiner Geschwister oder meiner anderen Mitbewohner ist? Kenne ich ihre Herausforderungen? Ihre Kämpfe?

Vielleicht ist es jetzt einfach mal dran einander richtig zuzuhören. Sich bewusst Zeit füreinander zu nehmen? Nicht nur einander zu ertragen, sondern einander zu tragen?! Füreinander im Gebet einzustehen? 

Und nicht nur das. Kann ich nicht die Zeit, die ich habe, nutzen, um meinen Familienmitgliedern bewusst meine Wertschätzung auszudrücken? Ihnen eine kleine Freude zu bereiten? Ihnen zu zeigen, wie wichtig sie mir sind? 

Wir wollen in dieser Zeit unseren Blick nicht nur auf die große weite Welt richten, sondern dorthin, wo unser Alltag sich abspielt. Den Menschen helfen, mit denen wir gerade problemlos Zeit verbringen können. In diese Menschen und unsere Beziehung zu ihnen investieren. 

So wurde ich, Ronja, vor ein paar Tagen mit einem lecker gedeckten Frühstückstisch von meinem genialen Ehemann überrascht. Schon bevor ich die Tür öffnete, hörte ich den Bacon in der Pfanne brutzeln. Das Omelette wartete bereits liebevoll zubereitet auf dem Frühstückstisch. Ich durfte mich einfach direkt an den Frühstückstisch setzen. 

Es braucht oft gar nicht viel, um dem anderen seine Wertschätzung auszudrücken: ein lecker gedeckter Frühstückstisch, eine Runde Geschirr abwaschen, während der andere noch im Bett liegt, eine gemeinsame Tasse Kakao im Wohnzimmer, der erste Schritt nach einem Streit, …

Lasst uns diese Zeit nutzen, um das zu tun, was in unseren Möglichkeiten liegt.


Ronja & Tom-Luca Schneider – beide 22 Jahre alt, verheiratet, sind in vielen Bereichen der EFG Arpke tätig und tragen den Herzenswunsch und die Vision eine Jüngerschaftsschule zu bauen

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